FAQ – Schornstein

Antworten zu Systemen und dem Lieferprogramm von Wienerberger

Bietet Wienerberger Schornsteine für raumluftunabhängig betriebene Feuerstätten für feste Brennstoffe an?

Antwort: Ja, das ist unser Luft-Abgas-Schornstein „LASW“

Können an einen LASW mehrere raumluftunabhängig betriebene Feuerstätten für feste Brennstoffe angeschlossen werden?

Antwort: Ja, allerdings sind eine Reihe an Randbedingungen zu beachten (siehe auch bauaufsichtliche Zulassung Z-7.1-3416):

  • Die Feuerstätten müssen im Besitz einer bauaufsichtlichen Zulassung des Deutschen Instituts für Bautechnik für den raumluftunabhängigen Betrieb mit festen Brennstoffe sein
  • Die Feuerstätten und der Luft-Abgas-Schornstein befinden sich in der gleichen Nutzungseinheit und damit im gleichen Wirkungsbereich der Lüftungsanlage (gleiche Nutzungseinheit = Wohnung oder Einfamilienhaus), nicht möglich sind: Mehrfamilienhaus und Einfamilienhaus mit Ofenaufstellung in einer Einliegerwohnung)
  • An einen Luft-Abgas-Schornstein sind maximal drei Feuerstätten angeschlossen
  • In jeder Etage ist nur eine Feuerstätte angeschlossen
  • Die minimale Höhe über der obersten Feuerstätte beträgt mindestens 4,00 m (in der Praxis oft 5,00 m und mehr erforderlich)
  • Die Berechnung der Feuerungsanlage nach DIN EN 13384-2 ergab ein positives Ergebnis.

Erfüllen die Mantelsteine die Feuerwiderstandsdauer von 90 Minuten („F90“)?

Antwort: Die Leichtbetonmantelsteine „BMS 14“, „BMS 20“ und „BMS 1420“ mit  einer Wandstärke > 5 cm und die einzügigen Ziegelmantelsteine „ZMS 14“ und „ZMS 20“ mit einer Wandstärke von > 7 cm erfüllen damit die Anforderung „L90“ („L“ für Lüftungsschächte, da nach dieser Norm geprüft, „F“ gilt für Bauteile wie Decken und Wände, entscheidend sind die 90 Minuten).

Bedingung: Die Abgasabführung hat über Rohre aus Keramik, Stahl oder Kunststoff zu erfolgen, die in den Schacht einzuziehen sind.

Was ist zu beachten, wenn ein Schornstein außen am Gebäude außen errichtet werden soll (Statik und Witterungsschutz)?

Antwort: Generell ist es möglich, einen Schornstein außen am Gebäude zu errichten (dreiseitig freistehend). Dabei ist Folgendes zu beachten:

  • Fundament ist frosttief zu gründen (80 bis 120 cm tief, je nach regionalen Gegebenheiten),
  • bei Unterkellerung ist zu prüfen, ob die Kellerwand den zusätzlichen Erddruck aufnehmen kann. Andernfalls ist die Gründung bis zum Fundament des Hauses herunter zu führen.
  • Schornstein ist im Abstand von max. 2 m mit Laschen (U-Bügel, 50 x 5 mm) seitlich abzustützen, oberste Lasche unmittelbar vor Verlassen der Giebelwand anbringen.
  • Mantelsteine sind gegen Niederschlag zu schützen, z.B. Putz, Schieferplatten, Verblechung, Ummauerung etc.)

Standsicherheit von Abgasanlagen

Antwort: Für den Standsicherheitsnachweis des Schornsteinkopfes gelten die Bestimmungen der DIN V 18160-1, Abschnitt 13. Für unbewehrte Kamtec Schornsteine liegt eine Typenstatik mit den zulässigen Höhen über Dach vor.

Mit Hilfe von Bewehrungssets lassen sich Höhen über Dach bis 3,00 m erzielen. Es ist auf den rechtzeitigen Einbau des Bewehrungssets bei Errichtung des Schornsteins sowie ausreichende seitliche Abstützung durch Decken und Dachkonstruktion zu achten.

Lassen sich Schornsteine schrägführen und was ist zu beachten?

Antwort: Entsprechende Formstücke sind  für ISSr 16, 18  und 20 lieferbar. Schornsteine mit Schrägführung gelten allerdings nicht mehr als feuchteunempfindlich. Die  erforderliche Untermauerung der Schrägführung ist auf einer tragfähigen Decke zu errichten (siehe Zulassung Z-7.4-1266).
Für ISSr 12 und 14 sowie LASW ist aus technischen Gründen keine Schrägführung möglich.

Ziegel- oder Leichbetonmantelstein?

Antwort: Je nach Kundenwunsch.

Vorteile Ziegelmantelstein (ZMS):

  • besser wärmedämmend (ca. 3x besser als Leichtbetonstein),
  • homogenes Mauerwerk bei Ziegelbauten,
  • plangeschliffene Mantelsteine (schnellerer Aufbau, “schwimmt“ nicht)
  • auch doppelzügig 1-Mann-Baustelle

Vorteile Leichtbetonstein (BMS):

  • kleines Außenmaß
  • leichter

Wie ist das Verbindungsstück einer Brennwertheizung bei raumluftunabhängigem Betrieb am Schornstein  12 cm oder 14 cm anzuschließen?

Antwort: Der Schornstein wird bereits mit allen erforderlichen Dichtungen für den Abgas- und Verbrennungsluftanschluss ausgeliefert. Die Dichtungen am Feuerstättenanschluss und Anschlussstein sind auf die Æ des Abgasrohres und des Hüllrohres (für Verbrennungsluft) anzupassen (Æ der Öffnungen in den Dichtungen mit Cuttermesser ca. 1 cm kleiner als Außen-Æ der Rohre schneiden).

Lassen sich Feuerstätten- oder Reinigungstüranschlüsse nachträglich herstellen?

Antwort: Nachträgliche Anschlüsse sind bedenkenlos möglich. Dazu den Leichtbeton- bzw. Ziegelmantelstein an der gewünschten Stelle öffnen (am besten mit Winkelschleifer) und die evtl. vorhandene  Mineralfaserdämmung ausschneiden, z.B. mit Cuttermesser. Öffnung im Keramikrohr mit Kernbohrer, Winkelschleifer oder Punktbohrungen herstellen (keinesfalls Schlagen oder Stemmen) und losen Stutzen (kann von Wienerberger bezogen werden) mit Fugenkleber (FK 1000) aufsetzen und für ca. 48 Stunden fixieren, z.B. mit Schraubzwingen oder Keilen.

Ist der Sockelstein mit Kondensatauslauf beim Anschluss von Feuerstätten für feste Brennstoffe erforderlich?

Antwort: Prinzipiell könnte in diesem Fall auf den Sockelstein verzichtet werden, da durch den Betrieb von Feuerstätten für feste Brennstoffe planmäßig kein Kondensat zu erwarten ist. Über den Sockelstein wird aber nicht nur Kondensat sondern auch in den Schornstein eindringendes Regenwasser abgeführt. Im Fußbereich stehendes Regenwasser birgt die Gefahr der Durchfeuchtung des Schornsteinsockels und angrenzender Bauteile. Deshalb empfehlen wir, den Sockelstein stets einzusetzen, auch um die Zulassung als feuchteunempfindliches System nicht zu verlieren (was ohne Sockelstein der Fall wäre).

Kann an die Züge mit 12 und 14 cm auch eine Feuerstätte für feste Brennstoffe (z.B. Pellets) angeschlossen werden?

Antwort: Ja. Das System (Mantelsteine und Rohre) wurde auch als zweischaliger Schornstein geprüft. Es sind lediglich die Dichtungen im Bereich des Feuerstättenanschlusses zu entfernen, da diese nur begrenzt temperaturbeständig sind (bis 160 °C). Ebenso sind die Kontrolldeckel mit Silikondichtung am Schamotterohr im Bereich der Reinigungstüren gegen solche mit Spiralfeder auszutauschen.
Es ist sinnvoll, mit dem bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger im Vorfeld abzustimmen, ob das Keramikrohr für diesen Fall zu dämmen ist („Festbrennstoffzuschlag“).

Antworten zum Thema Abgasanlagen

Wie ist das Verbindungsstück eines Kachel-/Kaminofens an einen ISS oder LASW anzuschließen?

Antwort: Durch das Verbindungsstück dürfen keine Kräfte auf die Rohrsäule wirken, z. B. durch Wärmedehnung. Dazu das Verbindungsstück (Stahlrohr zwischen Feuerstätte und Schornstein) in den Schamottestutzen am Schornstein einschieben und verbleibenden Zwischenraum zwischen Stahlrohr und Schamottestutzen mit Mineralfaser oder Keramikdichtschnur ausstopfen (entsprechend in DIN V 18160-1 geregelt).

Der Einbau eines Doppelwandfutters ist für ISS und LASW  im Gegensatz zu einschaligen Schornsteinen nicht vorgesehen.

Was ist beim Einbau von Reinigungstür- und Feuerstättenanschlüssen zu beachten?

Antwort: Anschlüsse dürfen nicht festgesetzt werden, z.B. durch Putz oder das Verbindungsstück. Rund um die Stutzen Dehnfugen mit umlaufend ca. 3 cm anordnen, welche mit Mineralfaser zu schließen sind (siehe auch Versetzanleitung). Ansonsten besteht bei Betrieb der angeschlossenen Feuerstätte(n) die Gefahr von Spannungsrissen in der Rohrsäule oder der Stutzen.

Wie groß muss der Spalt in den Deckendurchbrüchen sein?

Antwort: Die thermische Beweglichkeit der Außenschale des Schornsteins darf nicht behindert werden. Wir empfehlen den Deckendurchbruch umlaufend ca. 2-3 cm größer als das Außenmaß des Schornsteins auszuführen. Den Zwischenraum anschließend kraftschlüssig mit Beton verfüllen. Es ist eine Trennlage zwischen Beton und Schornstein einzubauen, z. B. dünne Bauteilplatte aus Mineralfaser.

Wann werden Reinigungstüranschlüsse benötigt?

Antwort: Grundsätzlich an der Schornsteinsohle, sowie bei Schrägführungen in der Nähe der Knickstellen.
In den Fällen, wo die Abgasanlage nicht von der Mündung aus gereinigt werden kann, muss eine weitere (obere) Reinigungsöffnung bis zu 5 m unterhalb der Mündung vorhanden sein. Es empfiehlt sich, die Erfordernis einer oberen Reinigungsöffnung im Vorfeld mit dem bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger abzustimmen. In einigen Bundesländern, z.B. Brandenburg, muss nach Bauordnung der Schornstein von der Mündung aus gereinigt werden können.

Welcher Abstand ist mit Schornsteinen zu brennbaren Bauteilen einzuhalten?

Antwort: Für die Abstände zu brennbaren Bauteilen ist die Feuerungsverordnung (FeuVO) des jeweiligen Bundeslandes maßgebend.

Gemäß DIN V 18160-1 müssen großflächig an Schornsteinen brennbare Bauteilen einen Abstand von mindestens 5 cm einhalten (Kennzeichnung „G50“). Gegenüber Holzbalken und Bauteilen entsprechender Abmessungen aus brennbaren Baustoffen genügt dann ein Abstand von 2 cm. Zu Bauteilen mit geringer Fläche wie Fußleisten oder Dachlatten ist kein Abstand erforderlich, wenn diese Bauteile frei liegen oder außenseitig nicht wärmegedämmt sind. Die Zwischenräume zwischen angrenzenden brennbaren Bauteile und Schornstein sind offen zu halten und zu belüften.

Die Zwischenräume dürfen verschlossen werden, wenn temperaturbeständige, nichtbrennbare Dämmstoffe (Mineralfaser) mit geringer Wärmeleitfähigkeit (≤ 0,040 W/mK) verwendet werden und der Abstand mindestens 50 mm beträgt. Zwischenräume in Decken- und Dachdurchführungen sind wie vor beschrieben und mit 50 mm Abstand zu verschließen.

Achtung: Ist der Wärmedurchlasswiderstand der Bauteile aus oder mit brennbaren Baustoffen größer 2,5 m² K/W oder sind die Bauteile außenseitig entsprechend gedämmt, ist der Abstand zu hinterlüften, sofern nicht anderweitig nachgewiesen wird, dass bei Nennleistung der Feuerstätte, die Temperatur an den Bauteilen 85 °C und bei Rußbränden im Innern des Schornsteins 100 °C nicht überschreitet.

Wie groß darf der Abstand zwischen zwei horizontalen Abstützungen sein?

Antwort: Die horizontalen Abstützungen im Bereich von Decken und Dachdurchführung müssen nahezu unverschieblich sein. Der Abstand zwischen zwei Haltepunkten darf nicht mehr als 5 m betragen, siehe DIN V 18160-1:2006-01, Abschnitt 13.

Was gibt es zu Lage und Höhe von Feuerstättenanschlüssen zu beachten?

Antwort: Für die Heizungszüge (Ø 12 und 14 cm) sind Lage und Höhe von Feuerstättenanschlüssen vor Errichtung der Abgasanlage grundsätzlich mit dem Heizungsbauer abzustimmen. Meistens werden in solchen Fällen wandhängende Feuerstätten für die Brennstoffe Gas oder Öl angeschlossen. Dann sollte der Feuerstättenanschluss so hoch wie möglich gewählt werden (oft wird noch ein Wasserspeicher untergestellt). Zwischen Decke und Abgasrohr sollte zwecks Inspektionsmöglichkeit jedoch ein Abstand von mindestens 20 cm verbleiben. Individuelle Anschlusshöhen sind durch Einkürzen der Muffenrohre und/oder einen bauseitigen Sockel möglich.

Beim Anschluss von Feuerstätten für feste Brennstoffe an die Züge Ø 16 bis 20 cm sind Lage und Höhe des Feuerstättenanschlusses vor Errichtung der Abgasanlage mit dem Ofenbauer abzustimmen. Die Anschlusshöhe ist im Wesentlichen von der Konstruktion der Feuerstätte abhängig. Individuelle Anschlusshöhen sind durch Einkürzen der Muffenrohre und/oder einen bauseitigen Sockel möglich. Im Zweifelsfall gilt hier: Lieber etwas zu hoch als zu tief.

Ist das Verputzen von Schornsteinen erforderlich?

Antwort: Ist nicht vorgeschrieben, es empfiehlt sich jedoch den Schornstein in Wohnräumen zu verputzen oder zu verschlämmen (Stichwort: Blower Door). 

Was ist bei der Lage der Schornsteinmündung zu beachten?

Antwort: Die Schornsteinmündungen müssen bei Anschluss von Feuerstätten für feste Brennstoffe aus immissionsschutzrechtlichen Gründen gemäß der 1. Bundesimmissionsschutzverordnung (1. BImSchV)

  • bei Dachneigungen bis 20° den First um mindestens 40 cm überragen oder von der Dachfläche mindestens 1 m entfernt sein.
  • bei Dachneigungen von mehr als 20° den First um mindestens 40 cm überragen oder einen horizontalen Abstand von der Dachfläche von mindestens 2,30 m haben,
  • in einem Umkreis von 15 m die Oberkanten von Lüftungsöffnungen, Fenstern oder Türen um mindestens 1 m überragen (bei Leistungen über 50 kW sind größere Umkreise  einzuhalten).

Bei Anschluss von Feuerstätten für feste Brennstoffe in Gebäuden mit weicher Bedachung wie Stroh, Rohr, Reet oder Schindeln muss der Schornstein in Firstnähe austreten und diesen um mindestens 80 cm überragen (baurechtliche Regelung)