Roofer sitting on timber batten

Steildach und Brandschutz

Vom Dachziegel bis zum Unterbau

Wenn es um Brandschutz geht, lautet die erste Frage: „Wo wird gebaut?“ Denn jedes Bundesland hat seine eigene Landesbauordnung, in der der Brandschutz – teils recht unterschiedlich – geregelt ist. Grundsätzlich gilt jedoch, dass bei allen Bauwerken der Entstehung eines Brandes und der Ausbreitung von Feuer und Rauch vorgebeugt werden muss und nur zugelassene Baumaterialien verwendet werden dürfen. Diese werden nach ihrem Brandverhalten eingestuft:

Brandschutzklassen

Idealerweise wählt man Bau- und Dämmstoffe, die nicht brennbar sind und zur Brandschutzklasse A nach DIN 4102-1 gehören. Wenn das nicht möglich ist, muss im klassischen Ein- und Zweifamilienhausbereich der Gebäudeklassen 1 und 2 bei brennbaren Baustoffen mindestens Brandschutzklasse normal entflammbar (B2) eingehalten werden. Brandschutzklasse B1 zeichnet Produkte aus, die schwer entflammbar sind. Leicht entflammbare Baustoffe der Brandschutzklasse B1 dürfen nicht verwendet werden.

Dachziegel brennen nicht

Dachziegel zählen zur sogenannten „harten“ Bedachung und bieten einen starken Schutz gegen den Brand von außen. Als nicht brennbarer Baustoff ohne brennbare Bestandteile sind sie in die höchste Brandschutzklasse A1 eingestuft. Sie haben durch den Brennvorgang während der Herstellung mit ca. 1000 °C im Ofen die Feuertaufe bereits hinter sich und halten eventuellen Flammen stand.

Im Gegensatz zu mit Holzschindeln oder Reet gedeckten Dächern können ihnen weder Strahlungswärme noch Funkenflug etwas anhaben. Dennoch müssen auch die darunter liegenden Schichten gewissen Brandschutzvorgaben entsprechen, falls sich ein Feuerwerkskörper unter die Dachziegel verirrt oder der Brand im Inneren des Hauses ausbricht.

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Brandschutz am Dach

Unterm Steildach mindestens „Normal entflammbar“ (B2)

Alle Baustoffe, die beim Unterbau zum Einsatz kommen, müssen mindestens Brandschutzklasse B2 aufweisen. Bei einem Steildach schützen Unterdeckbahnen die darunter liegende Dämmung vor der Witterung. Die Kunststofffolie hält Wind und Regen, der durch die Dacheindeckung eindringen kann, ab, sodass eine Durchfeuchtung der Wärmedämmung von außen vermieden wird. Raumfeuchte wiederum findet problemlos ihren Weg durch die diffusionsoffene Folie nach draußen, wo sie verdunstet. Unterdeckbahnen wie die von Wienerberger gelten als normal oder sogar als schwer entflammbarer Baustoff. Auch die Koramic Dämmelemente der Aufsparrendämmung entsprechen B2 und sind darüber hinaus baubiologisch unbedenklich.

Je besser die Komponenten eines Dachs aufeinander abgestimmt sind, umso besserer Brandschutz kann gewährleistet werden. Wienerberger bietet mit dem Koramic-Sortiment komplette Dachlösungen ab Oberkante Sparren. Alle Systemkomponenten, von den Dämm- und Unterdachsystemen über sonstiges technisches Zubehör bis zu den Dachziegeln sind optimal aufeinander abgestimmt und entsprechend ihres Brandverhaltens nach DIN 4102-1 oder nach der Europäischen Norm EN 13501-1 als normal oder schwer entflammbare Baustoffe klassifiziert.

Roofers installing Actua roof tiles
Brandschutz am Steildach durch einen Fachbetrieb

Sicherheit erhöhen

Eine Voraussetzung für funktionierenden Brandschutz ist außerdem die regelrechte Ausführung durch einen Fachbetrieb. Beispielsweise müssen Anschlussdetails so ausgebildet werden, dass die brandschutztechnischen Eigenschaften von Bauteilen an den Bauteilanschlüssen gewahrt bleiben. So sind konstruktive Besonderheiten im Bereich der Brandwänden, wie man sie zwischen Doppelhaushälften findet, wichtig. Um das Risiko eines Brandüberschlags vom einen zum anderen Dach zu minimieren, muss ein mindestens 0,5 m breiter Bereich um die Brandwand auf jeder Dachseite mit nicht brennbaren Baustoffen ausgeführt werden. Zusätzlich sind Sparren in diesem Bereich mit nicht brennbaren Baustoffen zu umschließen, alle Latten aus Blech vorzusehen und die Ziegel in Brandwandbreite beziehungsweise außerseitig in mindestens 0,3 m Breite in ein Mörtelbett zu verlegen.

Weiteres Optimierungspotenzial für einen guten Brandschutz am Steildach liegt in der Prävention. Da bei Bränden Menschenleben auf dem Spiel stehen können, ist jede Maßnahme, die vorbeugend für Sicherheit sorgt, sinnvoll. Dachdecker können hier manche Anregung geben, die den Schutz der Bewohner erhöht. Neben Blitzableitern und Überspannungsschutz kann das der zweite Fluchtweg übers Dach sein, der durch einen Notausstieg ermöglicht wird. Insbesondere bei nachträglichen Dachgeschossausbauten kann dies lebensrettend sein. Denn auch im Einfamilienhaus kann das Treppenhaus brennen und als Fluchtweg ausfallen.

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