DEU, Berlin, 09/2017,Wohnhäuser Uferhöfe, Berlin, Architekt: Arnold und Gladisch, DMSW Architekten, Bildtechnik: Digital-KB
© Foto: Werner Huthmacher, Berlin

Nachhaltiger Wohnungsbau – schön und bezahlbar

Monolithisches Bauen mit Poroton

Die monolithische Bauweise mit Ziegelmauerwerk stellt eine überzeugende Option dar, nachhaltigen und gesunden Wohnraum kostengünstig, qualitativ hochwertig und optisch ansprechend zu erstellen. Eine gute Planung vorausgesetzt, können Ziegel ihre Vorteile optimal ausspielen. Objekte wie die des Berliner Architekturbüros Arnold und Gladisch Architekten bestechen durch ihre moderne Formsprache und hohe Bauqualität.

DEU, Berlin, 09/2017,Wohnhäuser Uferhöfe, Berlin, Architekt: Arnold und Gladisch, DMSW Architekten, Bildtechnik: Digital-KB
Uferhöfe, Berlin
© Foto: Werner Huthmacher, Berlin

Bezahlbar, schön und dabei ohne an Qualität einzubüßen - kostengünstiger Wohnungsbau hält einige planerische Herausforderungen bereit. Wie lässt sich da zusätzlich der verstärkte Wunsch nach möglichst nachhaltigem und wohngesundem Bauen integrieren? Ist der Einsatz von Ziegeln im ohnehin schon eng gesteckten Spielfeld zwischen Qualität und Bezahlbarkeit überhaupt realisierbar?

Während das Berliner Architektenbüro Arnold und Gladisch Architekten eher zufällig auf das Bauen mit Poroton stieß, setzt das Planerteam heute gezielt auf monolithisches Bauen. Mit Hintermauerziegeln hat das Büro einen Weg gefunden, um gleichermaßen kostengünstige, formschöne wie nachhaltige Wohnbauten in bestmöglicher Qualität zu schaffen.

Herausforderungen beim Bauen mit Ziegeln

Zunächst gibt es einen Widerspruch zwischen Tragfähigkeit und Dämmqualität: Je besser die Dämmqualität ist, desto geringer ist die Tragfähigkeit der Ziegel. Gleichzeitig gilt es, dicke Außenwände zu vermeiden, weil diese mehr Konstruktionsfläche und damit weniger Wohnfläche bedeuten. Die Verwendung von Mauerwerksmaßen reduziert den Verschnitt auf der Baustelle, steht aber im Widerspruch zu den engen Größenvorgaben geförderter Wohnungen. Pfeiler in der Fassade müssen Mindestmaße in der Breite aufweisen, damit sie als tragendes Mauerwerk errichtet werden können. Für die Logistik der Baustelle ist es von Vorteil, wenn nur wenige Sonderbauteile verwendet werden. An der Entwicklung dieser haben wir in den vergangenen Jahren beigetragen. Selbst die Anordnung von Steckdosen muss gut bedacht werden, damit sie nicht zu einem geschwächten Wandquerschnitt führen. Zu guter Letzt muss die Fassadenoberfläche sorgfältig geplant werden, damit im Putz keine Risse entstehen. Warum also mit Ziegeln bauen?

DEU, Berlin, 09/2017,Wohnhäuser Uferhöfe, Berlin, Architekt: Arnold und Gladisch, DMSW Architekten, Bildtechnik: Digital-KB
Uferhöfe, Berlin
© Foto: Werner Huthmacher, Berlin

Die Wiederentdeckung des Ziegels im Wohnungsbau

Die ersten Erfahrungen mit Ziegeln im Wohnungsbau machen neugierig und nachdenklich über die traditionell verwendete Mischbauweise aus Kalksandstein und einer Betonkonstruktion sowie dem Wärmedämmverbundsystem. Altert das Gebäude mit Anstand? Wie ist die taktile Qualität, wenn man gegen die Wand klopft? Welche Nachhaltigkeitskriterien ergeben sich, wenn man den mehrfachen Austausch des Systems während der Lebensdauer des Gebäudes vor Augen hat und die problematische Entsorgung der Dämmstoffe als Sondermüll bedenkt?

Auch wenn immer wieder die Frage nach der Bezahlbarkeit von Gebäuden mit Ziegelmauerwerk aufkommt, wird schnell klar: Wenn das Projekt bereits in der Vorplanung sorgfältig mit Ziegeln geplant wird, zeigt sich, dass Bauen mit Ziegeln dem wirtschaftlichen Vergleich insbesondere bezogen auf die späteren Betriebs- und Wartungskosten mit anderen Materialien gut stand hält.

Broschüre Arge - Bild 1
Dipl.-Ing. Mathias Gladisch, Architekt BDA
© Arnold und Gladisch Architekten

Neue Möglichkeiten in der Formsprache

Im Projekt Uferhöfe erreichen die Architekten eine schöne Gliederung der Fassade, indem das Steinmaß der Brüstung mit 42,5 cm festgelegt und die Fensterpfeiler mit einem 36 cm starken Mauerwerk gemauert wurden. Dadurch ergibt sich eine horizontale Bänderung, die die Fassaden gliedert. Beim Studentenwohnen Schnellerstraße, Berlin, sorgen abgeschrägte Fensterlaibungen für mehr Licht und lassen die Fenster größer wirken. Im Projekt Ahoj, Böhmische Straße, Berlin, bewirkt die Verwendung von Glattputz im Wechsel mit Besenstrichputz die Gliederung der Fassade.

Allen Widrigkeiten zum Trotz lässt sich beim Bauen mit Ziegeln eine bezahlbare und zudem hohe architektonische Qualität erreichen: So setzt unser Büro auf die vermehrte Anwendung von Hintermauerziegeln im mehrgeschossigen Wohnungsbau. Inzwischen hat Arnold und Gladisch Architekten neun Projekte mit Hintermauerziegeln fertiggestellt oder in Arbeit, acht davon haben verputzte Außenfassaden, ein Projekt ist sogar zusätzlich mit einer Klinkerfassade versehen. Insgesamt entstehen in dieser Bauweise 1015 Wohnungen.

Dieser Beitrag von Dipl.-Ing. Mathias Gladisch, Architekt BDA, erschien in der Broschüre „Kostengünstiger monolithischer Geschosswohnungsbau mit Ziegelmauerwerk“ der ARGE Kiel, die Sie hier downloaden können.

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