Poroton Plan-T12-36,5, T8-24,0-MW, Schallschutzziegel MZ, Ziegeldecke Filigran, Terca Schleswig rubinrot, Heide rot nuanciert

Burgmühle und Kornspeicher

Vom Industriedenkmal zum Wohnensemble
Die Burgmühle auf der Dominsel in Brandenburg an der Havel blickt auf eine rund 700-jährige Mühlentradition zurück. Gemeinsam mit dem angrenzenden Kornspeicher prägt sie bis heute die Silhouette der Dominsel. Nach einem schweren Brand im Jahr 2002 war das Mühlengebäude nahezu vollständig zerstört. Teile waren eingestürzt oder einsturzgefährdet, die technische Infrastruktur war weitgehend vernichtet. Die verbliebene Bausubstanz musste zunächst gesichert werden.
 
Mit der Sanierung und Umnutzung erhielt das ehemalige Industrieensemble eine neue Perspektive. Mühle und Kornspeicher wurden denkmalgerecht instand gesetzt, ergänzt und teilweise wiederaufgebaut. Heute befinden sich dort 64 Wohnungen mit Wohnflächen zwischen 45 und 85 Quadratmetern sowie 2 Gewerbeeinheiten. Die historische Burgmühle wurde damit nicht nur baulich erhalten, sondern einer neuen Nutzung zugeführt.

Projektdaten und Projektbeteiligte

Objekt: Burgmühle und Kornspeicher
Ort: Brandenburg an der Havel
Gebäudetyp: historisches Mühlenensemble mit Kornspeicher
Baujahr: Hauptgebäude 1909, Speichergebäude 1912/13
Historischer Kontext: Mühlenstandort seit dem 13. Jahrhundert
Ausgangssituation: Brand 2002, Hauptgebäude nahezu vollständig zerstört,
Teile eingestürzt oder einsturzgefährdet, technische Infrastruktur zerstört
Bauherr: Projektentwicklung Jansen Immobilien GmbH
Planung: Projektentwicklung Jansen Immobilien GmbH
Denkmalbehörde: Stadt Brandenburg an der Havel, Fachgruppe Denkmalschutz
Fertigstellung: 2015
Nutzung heute: 64 Wohnungen und 2 Gewerbeeinheiten

 
Poroton Plan-T12-36,5, T8-24,0-MW, Schallschutzziegel MZ, Ziegeldecke Filigran, Terca Schleswig rubinrot, Heide rot nuanciert
© Wienerberger / Jens Krüger
Poroton Plan-T12-36,5, T8-24,0-MW, Schallschutzziegel MZ, Ziegeldecke Filigran, Terca Schleswig rubinrot, Heide rot nuanciert
© Stadt Brandenburg FG Denkmalschutz / Anja Castens

Ausgangslage und Herausforderung

Der Brand von 2002 hatte erhebliche Teile der Burgmühle zerstört. Das eigentliche Mühlengebäude musste weitgehend entkernt werden. Neben der bereits eingestürzten Straßenfront wurde auch der mittlere Bereich der Fassade auf der Wasserseite zurückgebaut. Außenwände, Innenwände und Geschossdecken mussten in diesen Bereichen vollständig erneuert werden.

Gleichzeitig sollten möglichst viele charakteristische Elemente des historischen Ensembles erhalten bleiben. Die Aufgabe bestand deshalb nicht darin, das Gebäude lediglich technisch wiederherzustellen. Gefragt war ein differenzierter Umgang mit sehr unterschiedlichen Zuständen der vorhandenen Bausubstanz.

Erhaltungsfähige Teile sollten gesichert und instand gesetzt werden. Stark beschädigte oder zerstörte Bereiche mussten neu aufgebaut werden. Gleichzeitig galt es, den industriellen Charakter des Ensembles auch dort lesbar zu halten, wo neue Bauteile und eine neue Nutzung notwendig wurden.

Damit trafen unterschiedliche Anforderungen unmittelbar aufeinander: Erhalt historischer Substanz und zeitgemäße Nutzung, Denkmalschutz und technische Erneuerung, vorhandene Substanz und notwendiger Wiederaufbau.

Hinzu kamen die bauphysikalischen Anforderungen des mehrgeschossigen Wohnungsbaus. Wärme-, Schall- und Brandschutz mussten ebenso berücksichtigt werden wie heutiger Wohnkomfort und die Anforderungen der neuen Wohn- und Gewerbenutzung.

Erhalt historischer Elemente

Im Kornspeicher blieb der Innenhof als Atrium erhalten. Treppengeländer und Fensterbereiche behielten ihren industrietypischen Charakter, die frühere Mehlsackrutsche blieb als denkmalpflegerisches Detail erhalten. Die Verbindungsbrücke zwischen Mühle und Kornspeicher musste vollständig neu gebaut werden und ist heute Bestandteil der Wohnnutzung.

Fassadensanierung: Ergänzen statt vereinheitlichen

Ein wesentlicher Teil der Aufgabe betraf die historische Ziegelfassade. Große Bereiche der Gebäudehülle waren trotz des Brandes erhalten geblieben und konnten instand gesetzt werden. Vorhandene Ziegel wurden fachgerecht gereinigt, beschädigte Verblender einzeln aus dem Mauerwerk entfernt und durch farblich abgestimmte Ziegel ersetzt. Besondere handwerkliche Präzision erforderte die Sanierung von Fensterbögen und Gesimsen sowie die Verfugung.

Für die Ergänzungen kamen glatte Strangpressziegel in unterschiedlichen roten Farbnuancen zum Einsatz. Die ausgewählten Ziegel orientierten sich hinsichtlich Format, Farbspiel und Oberflächenstruktur möglichst eng am vorhandenen Bestand. Auch der ergänzende Fugenmörtel wurde auf das historische Fugenbild abgestimmt.

Entscheidend war dabei gerade nicht die Herstellung einer vollkommen gleichförmigen Fassade. Unterschiedliche rote Nuancen erzeugen das leicht unregelmäßige Erscheinungsbild, das auch den historischen Charakter des Bestands prägt. Die beiden Farbnuancen ermöglichten eine lebhafte Rekonstruktion der historischen Klinkerfassade.

Bei der Ergänzung der historischen Ziegelfassade wurden deshalb neben den Farbtönen auch Format, Oberflächenstruktur und Fugenbild auf den vorhandenen Bestand abgestimmt.

Poroton Plan-T12-36,5, T8-24,0-MW, Schallschutzziegel MZ, Ziegeldecke Filigran, Terca Schleswig rubinrot, Heide rot nuanciert
© Wienerberger / Jens Krüger
Poroton Plan-T12-36,5, T8-24,0-MW, Schallschutzziegel MZ, Ziegeldecke Filigran, Terca Schleswig rubinrot, Heide rot nuanciert
© Wienerberger / Gerhard Zwickert

Denkmalpflegerische Kompromisse als Teil der Lösung

Nicht alle zerstörten Fassadenbereiche wurden rekonstruiert. Die Denkmalschutzbehörde stimmte zu, den wieder aufgebauten Mittelteil aus funktionalen und gestalterischen Gründen in einem auf die Ziegelfassade abgestimmten Rot zu verputzen.

Auch die Balkone sind Ergebnis einer solchen Abwägung. Sie waren historisch nicht Bestandteil des Gebäudes, wurden für eine zeitgemäße Wohnnutzung jedoch als sinnvoll angesehen. Die Denkmalbehörde stimmte ihrer Ergänzung unter der Voraussetzung zu, dass die Gestaltung den industriellen Charakter des Ensembles aufgreift. Deshalb wurden die Balkone in Stahl ausgeführt. 

Das Projekt zeigt einen differenzierten Umgang mit der vorhandenen Bausubstanz: Erhaltene Bereiche wurden instand gesetzt, zerstörte Bereiche ergänzt oder neu aufgebaut. Wo eine vollständige Rekonstruktion nicht vorgesehen war, kamen Lösungen zum Einsatz, die den industriellen Charakter des Ensembles weiterhin ablesbar machen.

Materialgerechtes Weiterbauen im Bestand

Auch konstruktiv stellte sich die Frage, wie neuer und historischer Gebäudebestand zusammengeführt werden können. Da die vorhandene Bausubstanz ebenfalls aus Ziegel bestand, wurde für die Ergänzung ein gleichwertiger keramischer Baustoff gewählt, um aus bauphysikalischer Sicht eine Mischbauweise zu vermeiden.

Für neu zu errichtende Außenwandbereiche kamen Poroton Lösungen zum Einsatz. Bei einem Teil der Außenwände wurde eine monolithische Wandkonstruktion gewählt. Im Giebelbereich ermöglichte eine schlankere hochwärmedämmende Ziegelkonstruktion, die energetischen Anforderungen mit möglichst geringer Wandstärke zu verbinden.

Wärmebrücken konstruktiv lösen

Besondere Aufmerksamkeit erforderte die Ausbildung konstruktiver Details. An der Lochfassade wurden Wärmedämmstürze und wärmegedämmte U-Schalen eingesetzt. Sie wurden auf die verwendeten Wandziegel abgestimmt und in den Wandaufbau integriert. Auf diese Weise konnten Wärmebrücken reduziert und die energetischen Anforderungen der neuen Gebäudehülle konstruktiv gelöst werden.

Im Verbund mit den eingesetzten Wandziegeln ergänzten die abgestimmten Wärmedämmstürze und wärmegedämmten U-Schalen die neu errichteten Wandbereiche zu einer hochwärmedämmenden Konstruktion.

Schallschutz für eine neue Wohnnutzung

Die Umnutzung vom Industriegebäude zum Wohngebäude stellte auch neue Anforderungen an den Schallschutz. Für die Innenwände kamen spezielle Schallschutzziegel zum Einsatz, um die erhöhten Schallschutzanforderungen des mehrgeschossigen Wohnungsbaus zu erfüllen.

Die Schallschutzmaßnahmen waren damit ein wesentlicher Bestandteil der technischen Anpassung des ehemaligen Industriegebäudes an die neue Wohnnutzung.

Neue Ziegeldecken statt historischer Holzdecken

Auch die Geschossdecken mussten teilweise vollständig erneuert werden. Die historischen Holzdecken wurden durch Poroton Ziegeldecken ersetzt. Für die denkmalgerechte Sanierung waren insbesondere das geringe Gewicht der Einzelbauteile und die Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Grundrisse relevant. Gegenüber den ursprünglichen Holzdecken konnte gleichzeitig der Schallschutz verbessert werden.

Die Deckenlösung verband die notwendige konstruktive Erneuerung mit verbessertem Schallschutz und einer an unterschiedliche Grundrisse anpassbaren Ausführung

Vom beschädigten Bauwerk zum neuen Wohnort

Mit der Sanierung und Umnutzung wurde das schwer beschädigte Industrieensemble wieder für Wohnen und Gewerbe nutzbar gemacht. Heute befinden sich in Burgmühle und Kornspeicher 64 Wohnungen und 2 Gewerbeeinheiten. Die Lage unmittelbar an der Havel, die erhaltene industrielle Architektur und die neue Nutzung verbinden sich zu einem Ensemble, in dem die Geschichte des Ortes weiterhin sichtbar bleibt. Gleichzeitig wurde neuer Wohnraum im historischen Bestand geschaffen, ohne zusätzliche Flächen in Anspruch zu nehmen. Die Sanierung verbindet den Erhalt historischer Bausubstanz mit einer neuen Wohn- und Gewerbenutzung. Die vorhandenen Gebäude wurden weitergenutzt und an heutige Anforderungen angepasst

Poroton Plan-T12-36,5, T8-24,0-MW, Schallschutzziegel MZ, Ziegeldecke Filigran, Terca Schleswig rubinrot, Heide rot nuanciert
© Wienerberger / Gerhard Zwickert

Ergebnis und Erkenntnisse

Die Burgmühle zeigt einen differenzierten Umgang mit historischer Bausubstanz. Wo Bestand erhalten werden konnte, wurde er instand gesetzt. Wo einzelne Bauteile beschädigt waren, wurden sie materialgerecht ergänzt. Wo größere Bereiche zerstört waren, entstanden neue Konstruktionen. Wo eine vollständige Rekonstruktion nicht vorgesehen war, wurden abgestimmte Lösungen umgesetzt. So stimmte die Denkmalschutzbehörde dem verputzten Wiederaufbau des Mittelteils sowie dem Anbau der Stahlbalkone zu.

Die historische Ziegelfassade bleibt dabei ebenso prägend wie das Atrium des Kornspeichers, die ehemalige Mehlsackrutsche oder die Verbindung zwischen den Gebäudeteilen. Gleichzeitig machen verputzte Fassadenbereiche, Stahlbalkone und neue konstruktive Lösungen sichtbar, dass das Gebäude weiterentwickelt wurde.

Der Umgang mit dem historischen Bestand lässt sich dabei so zusammenfassen: Erhalten, wo historische Substanz vorhanden ist. Ergänzen und rekonstruieren, wo dies möglich und sinnvoll ist. Neu bauen, wo Schäden oder heutige Anforderungen es erforderlich machen.

Die neue Nutzung verbindet erhaltene historische Substanz mit zeitgemäßem Wohnkomfort. Historische Elemente bleiben ablesbar, während ergänzte und neu errichtete Bauteile die Anforderungen der Wohn- und Gewerbenutzung erfüllen.

Keramische Lösungen im Projekt

Bei Ergänzung und Wiederaufbau kamen keramische Lösungen von wienerberger zum Einsatz, die an den vorhandenen Ziegelbestand anknüpfen und zugleich heutige bauphysikalische Anforderungen erfüllen. Verwendet wurden Terca Vormauerziegel für die Fassadenergänzung sowie Poroton Wandlösungen für Außen- und  Innenwände und erhöhte Schallschutzanforderungen. Ergänzt wurden die Wandlösungen durch Wärmedämmstürze und wärmegedämmte U-Schalen sowie durch Poroton Ziegeldecken.

„Für die Umnutzung der Burgmühle in Wohn- und Gewerbeeinheiten brauchten wir qualitativ hochwertige keramische Baustoffe, die für eine denkmalgerechte Sanierung geeignet sind sowie die Anforderungen des mehrgeschossigen Wohnungsbaus bezüglich Schall-, Brand- und Wärmeschutz erfüllen. Mit wienerberger haben wir einen Hersteller gefunden, der dies alles aus einer Hand leisten kann und uns hervorragend beraten hat.“

Bernd Jansen, Projektentwicklung Jansen Immobilien GmbH

Terca Fassadenziegel

  • Terca Schleswig rubinrot
  • Terca Heide rot nuanciert

Poroton Außenwandlösungen

Poroton Innenwand- und Schallschutzlösungen

  • MZ 5 DF-1,8
  • MZ 6 DF-1,8

Poroton Systemergänzungen

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