Koramic Tradi 15 maron Terca Jona rot Formziegel Manufaktur weiß matt / weiß glänzend Beelitz-Heilstätten

Beelitz-Heilstätten

Historische Ziegelarchitektur für ein neues Quartier

Die Beelitz-Heilstätten südwestlich von Berlin gehören zu den bedeutendsten historischen Heilstättenanlagen Deutschlands. Ab 1898 errichtete die Landesversicherungsanstalt Berlin inmitten ausgedehnter Waldflächen eine weitläufige Anlage zur Behandlung und Genesung von Patienten. Bis 1930 entstanden Lungenheilstätten und Sanatorien sowie Badehäuser, Verwaltungs- und Wirtschaftsgebäude. Die großzügigen Freiflächen und die klare Gliederung der Funktionsbereiche entsprachen den medizinischen und hygienischen Vorstellungen ihrer Entstehungszeit.
 
Mit eigenen Küchen, Wäschereien, Werkstätten sowie einer unabhängigen Wasser- und Energieversorgung einschließlich eines Heizkraftwerks bildeten die Heilstätten eine nahezu eigenständige Versorgungslandschaft. Trotz ihrer unterschiedlichen Funktionen sind die Gebäude durch eine charakteristische Ziegelarchitektur mit gegliederten Fassaden, keramischen Schmuckelementen und markanten Dachlandschaften verbunden. Sie prägt bis heute das Erscheinungsbild des denkmalgeschützten Ensembles.
 
Nach wechselnden Nutzungen und teilweise jahrzehntelangem Leerstand wird ein wesentlicher Teil der historischen Gebäude schrittweise saniert und in ein neues Quartier eingebunden. Ehemalige Klinik- und Versorgungsgebäude erhalten neue Nutzungen, insbesondere für Wohnen und kulturelle Angebote. Dabei gilt es, die historische Bausubstanz zu bewahren und zugleich heutige Anforderungen zu erfüllen. Die denkmalgerechte Erneuerung der Gebäudehüllen spielt eine zentrale Rolle. Dachziegel, Vormauerziegel und objektspezifische Formziegel von wienerberger tragen dazu bei, die charakteristischen Dachlandschaften, Fassaden und keramischen Details zu erhalten oder materialgerecht zu ergänzen.

Projektdaten und Projektbeteiligte

Objekt: Beelitz-Heilstätten 
Ausgewählte Gebäude: Refugium, Männersanatorium, Badehaus, Verwaltungsgebäude und historisches Heizkraftwerk
Ort: Beelitz-Heilstätten, Brandenburg
Gebäudetyp: Historische Heilstättenanlage
Baujahr: 1898 bis 1930, Gesamtanlage
Historischer Kontext: Ehemalige Lungenheilstätten und Sanatorien mit eigener Versorgungsinfrastruktur
Ausgangssituation: Teilweise jahrzehntelanger Leerstand, geschädigte historische Bausubstanz und Anforderungen an neue Nutzungen
Projektentwickler & Bauträger: KW-Development GmbH
Fertigstellung: In mehreren Bauabschnitten, Refugium 2019 abgeschlossen, weitere Teilprojekte in unterschiedlichen Fertigstellungsständen
Nutzung heute: Wohnen und kulturelle Nutzungen, weitere Wohn- und Dienstleistungsangebote in Entwicklung

 
Koramic Tradi 15 maron Terca Jona rot Formziegel Manufaktur weiß matt / weiß glänzend Beelitz-Heilstätten
© Wienerberger GmbH / Sebastian Hauenstein
Koramic Tradi 15 maron Terca Jona rot Formziegel Manufaktur weiß matt / weiß glänzend Beelitz-Heilstätten
© Wienerberger GmbH / Sebastian Hauenstein

Ausgangslage und Herausforderung

Die Sanierung der Beelitz-Heilstätten umfasst Gebäude mit unterschiedlichen baulichen Zuständen, historischen Funktionen und Nutzungsperspektiven. Während einzelne Teile bereits einer neuen Nutzung zugeführt wurden, befinden sich andere Gebäude in weiteren Entwicklungs- und Sanierungsphasen.

Eine wesentliche Herausforderung bestand darin, die charakteristischen Gebäudehüllen zu erhalten und gleichzeitig die Voraussetzungen für neue Nutzungen zu schaffen. Dachflächen, Fassaden und architektonische Details sind wesentliche Bestandteile des Denkmalwertes. Veränderungen mussten deshalb sowohl konstruktiv als auch gestalterisch auf den historischen Bestand abgestimmt werden.

Hinzu kamen die besonderen Raumstrukturen der ehemaligen Heilstätten. Große Säle, hohe Räume, weitläufige Flure und funktional geprägte Grundrisse entsprachen nicht ohne Weiteres heutigen Wohn- oder Veranstaltungsanforderungen. Die Anpassung erforderte differenzierte Lösungen, bei denen möglichst viel historische Substanz und die ursprüngliche räumliche Wirkung erhalten bleiben sollten.

Besonders anspruchsvoll war der Umgang mit den historischen Ziegelfassaden und Dachlandschaften. Fehlende oder beschädigte Bauteile konnten nicht in jedem Fall durch standardisierte Produkte ersetzt werden. Unterschiedliche Formate, Farben, Oberflächen und keramische Sonderformen verlangten eine genaue Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Gebäude. 

Zugleich musste die Entwicklung der Einzelgebäude mit dem städtebaulichen Gesamtkonzept verbunden werden. Die historischen Bauten sollten nicht isoliert instand gesetzt werden, sondern als prägende Bestandteile eines neuen Quartiers erhalten bleiben.

Lösungsweg und Umsetzung

Schrittweise Sanierung und neue Nutzungen

Die Entwicklung der Beelitz-Heilstätten erfolgt in mehreren Bauabschnitten. Dabei werden historische Gebäude saniert und umgenutzt, während ergänzende Neubauten und Infrastruktureinrichtungen das Quartier weiterentwickeln.

Die unterschiedlichen Bauphasen ermöglichen es, auf die besonderen Anforderungen der einzelnen Gebäude einzugehen. Erhaltene Bauteile werden in die neue Nutzung integriert, geschädigte Bereiche instand gesetzt und notwendige Ergänzungen auf die bestehende Architektur abgestimmt.

Die historische Gesamtanlage bleibt damit Ausgangspunkt der Entwicklung. Ihre Gebäude und Freiräume bilden nicht lediglich eine Kulisse für neue Nutzungen, sondern bestimmen wesentlich den Charakter des entstehenden Quartiers.

Koramic Tradi 15 maron Terca Jona rot Formziegel Manufaktur weiß matt / weiß glänzend Beelitz-Heilstätten
© Wienerberger GmbH / Sebastian Hauenstein
Koramic Tradi 15 maron Terca Jona rot Formziegel Manufaktur weiß matt / weiß glänzend Beelitz-Heilstätten
© Wienerberger GmbH / Sebastian Hauenstein

Refugium Beelitz: Neue Wohnungen in historischen Versorgungsgebäuden

Ein früher Sanierungsabschnitt war das Refugium Beelitz im Bereich der ehemaligen Kochküche, Wäscherei und des Frauenpavillons.

Die teilweise stark geschädigten Gebäude wurden ab 2015 saniert und zu Wohngebäuden umgebaut. Im September 2019 wurde das Projekt abgeschlossen. Insgesamt entstanden 60 Miet- und Eigentumswohnungen.

Die früheren Wirtschaftsgebäude boten dafür besondere räumliche Voraussetzungen. Großzügige Raumhöhen und ungewöhnliche Grundrisse ermöglichten individuelle Wohnlösungen. Zugleich mussten charakteristische Bauteile, Fassaden und architektonische Details in die neue Nutzung einbezogen werden.

Das Refugium zeigt, wie sich Gebäude mit ursprünglich rein funktionaler Bestimmung in zeitgemäße Wohnräume verwandeln lassen, ohne ihre Baugeschichte vollständig zu überformen. Die historischen Gebäude bleiben als eigenständiger Bestandteil der Heilstättenanlage erkennbar.

Männersanatorium, Badehaus und Verwaltungsgebäude

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem ehemaligen Männersanatorium, dem Badehaus und dem Verwaltungsgebäude. Die drei Denkmalgebäude werden im Rahmen des Projekts „Denkmal meets Moderne“ saniert und unterschiedlichen Nutzungen zugeführt. 

Vorgesehen beziehungsweise bereits teilweise umgesetzt sind Mietwohnungen, möblierte Apartments sowie Räume für kulturelle Veranstaltungen. Die Sanierungen begannen 2024 und befinden sich in unterschiedlichen Fertigstellungsständen.

Die ursprünglichen Gebäude wurden für medizinische, therapeutische und administrative Funktionen errichtet. Entsprechend differenziert sind ihre Grundrisse und Raumfolgen. Die Anpassung an heutige Nutzungsanforderungen verlangt deshalb einen sorgfältigen Umgang mit den vorhandenen Raumproportionen und architektonischen Besonderheiten.

Besondere Bedeutung kommt den historischen Fassaden und Dachlandschaften zu. Sie prägen die Identität der einzelnen Gebäude und zugleich das Erscheinungsbild des Ensembles. Ihre Instandsetzung muss daher auf die ursprünglichen Materialien, Oberflächen und gestalterischen Details abgestimmt werden.

Die neue Nutzung führt die Gebäude wieder in den Alltag des Quartiers zurück. Gleichzeitig bleiben wesentliche Merkmale ihrer ursprünglichen Architektur erhalten.

Denkmalgerechte Dach- und Fassadensanierung

Die historischen Dachlandschaften und Ziegelfassaden gehören zu den prägenden Elementen der Beelitz-Heilstätten. Ihre Instandsetzung verlangt Materialien, die sich in Form, Farbigkeit und Oberflächenwirkung auf die vorhandene Architektur beziehen.

Bei den Sanierungsmaßnahmen kamen keramische Dachziegel sowie Fassadenlösungen von wienerberger zum Einsatz.

Die Dachziegel knüpfen an die historische Materialität der Gebäude an. Neben dem Erscheinungsbild spielen die technischen Anforderungen an eine dauerhaft funktionsfähige Dacheindeckung eine wesentliche Rolle.

Auch die Fassaden erfordern differenzierte Maßnahmen. Die vorhandenen Ziegeloberflächen, ihre Gliederung und die zahlreichen keramischen Details lassen sich nicht losgelöst voneinander betrachten. Neue Bauteile müssen sich hinsichtlich Format, Farbwirkung und Gestaltung in den Bestand einfügen. 

Zum Einsatzspektrum gehören Vormauerziegel sowie objektspezifische Formziegel aus der Manufaktur Buchwäldchen. Sie greifen die besondere keramische Gestaltung der historischen Gebäude auf.

Individuelle Formziegel für historische Fassadendetails

Eine besondere Rolle spielt die Ziegelmanufaktur Buchwäldchen. Die historischen Gebäude der Beelitz-Heilstätten besitzen keramische Details und Gliederungselemente, für die standardisierte Formate nicht immer ausreichen.

Mit objektspezifischen Formziegeln lassen sich vorhandene Geometrien und Gestaltungselemente aufnehmen. Ihre Fertigung orientiert sich an historischen Vorbildern und berücksichtigt die Gestaltung der bestehenden Fassaden.

Für die Beelitz-Heilstätten wurden Formziegel in unterschiedlichen Formen und Oberflächen eingesetzt. Das Spektrum umfasst die Ausführungen Weiß matt, Weiß glasiert und Grün glasiert.

Gerade bei denkmalgeschützten Fassaden kommt solchen Details besondere Bedeutung zu. Neben den konstruktiven Anforderungen beeinflussen Farbigkeit, Glasur und Form die architektonische Wirkung des Gebäudes. Die passende keramische Lösung entsteht deshalb aus der Auseinandersetzung mit dem historischen Bestand und seinen individuellen Anforderungen. 

Für die Umsetzung war die Zusammenarbeit zwischen Projektbeteiligten, Vertrieb und der Manufaktur Buchwäldchen wesentlich. Im Austausch über die jeweiligen Anforderungen konnten geeignete keramische Lösungen entwickelt werden.

Koramic Tradi 15 maron Terca Jona rot Formziegel Manufaktur weiß matt / weiß glänzend Beelitz-Heilstätten
© Wienerberger GmbH / Sebastian Hauenstein
Koramic Tradi 15 maron Terca Jona rot Formziegel Manufaktur weiß matt / weiß glänzend Beelitz-Heilstätten
© Wienerberger GmbH / Sebastian Hauenstein

Das historische Heizkraftwerk

Das ehemalige Heizkraftwerk nimmt innerhalb der Beelitz-Heilstätten eine besondere Stellung ein. Es bildete gemeinsam mit weiteren technischen Anlagen das Versorgungszentrum der historischen Heilstätten. Schon zur Entstehungszeit wurde hier die gemeinsame Erzeugung und Nutzung von Wärme und Strom berücksichtigt. Ein weitverzweigtes Leitungssystem verband die Energiezentrale mit den einzelnen Gebäuden der Anlage.

Das Heizkraftwerk ist damit nicht nur Teil der charakteristischen historischen Architektur, sondern auch ein Zeugnis der damaligen Ingenieur- und Versorgungstechnik.

Im Zuge der Entwicklung des Standorts erfolgten umfangreiche bauliche und technische Veränderungen. Historische Anlagen und moderne Energieversorgung stehen heute in einem unmittelbaren räumlichen Zusammenhang.

Die Erhaltung des technischen Denkmals macht einen weiteren Aspekt der Heilstättengeschichte sichtbar: Neben der medizinischen Versorgung war die eigenständige technische Infrastruktur eine wesentliche Voraussetzung für den Betrieb der weitläufigen Anlage. 

Ergebnis und Erkenntnisse

Die schrittweise Sanierung der Beelitz-Heilstätten zeigt, wie sich ein historisches Krankenhausensemble mit vielfältigen neuen Nutzungen verbinden lässt.

Mit dem Refugium wurde bereits ein wesentlicher Teil der früheren Versorgungsgebäude instand gesetzt und dauerhaft einer Wohnnutzung zugeführt. Die weiteren Sanierungen von Männersanatorium, Badehaus und Verwaltungsgebäude erweitern das Nutzungsspektrum um zusätzliche Wohn- und Kulturangebote.

Dabei ist die Entwicklung des Gesamtquartiers noch nicht abgeschlossen. Die historische Bausubstanz wird in mehreren Phasen erhalten, erneuert und in neue funktionale Zusammenhänge eingebunden.

Die charakteristische Ziegelarchitektur spielt für diese Transformation eine besondere Rolle. Dachflächen, Fassadengliederungen und keramische Details prägen die Identität des Ensembles. Ihre materialgerechte Instandsetzung trägt dazu bei, den architektonischen Zusammenhang der unterschiedlichen Gebäude zu bewahren. 

Die eingesetzten keramischen Lösungen verbinden die Anforderungen der historischen Architektur mit heutigen technischen und funktionalen Ansprüchen. Besonders die objektspezifischen Formziegel zeigen, welchen Beitrag individuelle Fertigungsmöglichkeiten bei der Erhaltung denkmalgeschützter Bausubstanz leisten können.

Das Projekt verdeutlicht zugleich die Bedeutung eines differenzierten Umgangs mit dem Bestand. Nicht jedes Gebäude erfordert dieselben Maßnahmen. Entscheidend sind seine ursprüngliche Funktion, der vorhandene bauliche Zustand, die historische Materialität und die Anforderungen der künftigen Nutzung.

In Beelitz entsteht so ein neuer Stadtteil, dessen Identität wesentlich von der Geschichte des Ortes geprägt bleibt. Die denkmalgeschützten Gebäude werden nicht nur erhalten, sondern durch neue Nutzungen wieder zu einem aktiven Bestandteil des Quartiers.

Keramische Lösungen im Projekt

Bei der denkmalgerechten Sanierung der Beelitz-Heilstätten kommen unterschiedliche keramische Lösungen von wienerberger zum Einsatz.

Für die Dachsanierung wurden unter anderem Koramic Doppelmuldenfalzziegel Tradi 15 in der Farbe Maron verwendet. Sie greifen die traditionelle keramische Materialität der historischen Dachlandschaften auf.

Im Fassadenbereich kamen Terca Vormauerziegel Jona in Rot nuanciert sowie individuell gefertigte Formziegel aus der Manufaktur Buchwäldchen in Calau zum Einsatz. Letztere wurden in den Ausführungen Weiß matt, Weiß glasiert und Grün glasiert gefertigt.

Die besondere Bedeutung der keramischen Lösungen liegt im Zusammenspiel von Material, Gestaltung und handwerklicher Fertigung. Historische Formate, differenzierte Oberflächen und individuelle Bauteilgeometrien können aufgegriffen und für die jeweiligen Anforderungen der Sanierung umgesetzt werden. 

Damit unterstützen die keramischen Baustoffe die Erhaltung eines Ensembles, dessen architektonische Identität wesentlich durch seine Ziegelarchitektur geprägt wird.

Terca Fassadenziegel

  • Terca Jona rot nuanciert
  • Formziegel Manufaktur Buchwäldchen weiß matt, weiß glasiert und grün glasiert

Koramic Tondachziegel

  • Koramic Tradi 15 maron

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