Weißer Kubus an der Spree
- Poroton-S 11 erfüllt Bauherrenwunsch nach natürlichem Baustoff mit guter Wärmedämmung und hohem Schallschutz
Hannover, Juni 2009 (bfp) – Ein Privathaus zu bauen ist für Architekten eine reizvolle Aufgabe. Für das Architektenduo „Clarke und Kuhn“ ist es gleichzeitig eine Herausforderung, die Ansprüche und Wünsche der Bauherren zu erkennen, zu filtern und in Häuser zu verwandeln, die ein Stück Architektur sind und so einen angemessenen Baustein für die Stadt bilden. Eine weitere Herausforderung sind strenge städtebauliche Vorgaben, die auch für das von den beiden Architekten geplante Wohnhaus auf der Halbinsel Stralau in Berlin beachtet werden mussten. Die Halbinsel Stralau, nur einen Steinwurf von der Innenstadt entfernt, war einst ein verschlafenes Fischerdorf, dann lebhaftes Ausflugsziel und schließlich bis zum Ende der DDR ein Industriestandort. Seit einigen Jahren gehört Stralau heute zu den wichtigsten innerstädtischen Entwicklungsgebieten Berlins mit zahlreichen Wohnungsbauprojekten in attraktiver Lage am Wasser.
Das von „Clarke und Kuhn“ geplante freistehende Haus für einen privaten Bauherren befindet sich auf einem schmalen Grundstück direkt am Ufer der Spree. Geschickt nutzten die Architekten alle Gegebenheiten und haben mit diesem Gebäude ein Paradebeispiel für ein modernes und luxuriöses Stadthaus geschaffen, das im Gegensatz zu einer Villa mit minimalem Grundstücksverbrauch auskommt. Dazu trägt u. a. auch die schlanke Wandkonstruktion bei, die aus monolithischem Poroton-Ziegelmauerwerk besteht.
Planungskonzept – Logik und Funktionalität
Klare Linien und kubische Bauteile gliedern das Haus. Trotz der finalen Form bleibt das Haus im Inneren flexibel und anpassungsfähig. Auf Wunsch der Bauherren sollen einzelne Geschosse, durch minimale Umbauten, zu einem späteren Zeitpunkt auch als abgeschlossene Wohnungen genutzt werden können.
Die private Nutzung sowie die exponierte städtische und landschaftliche Lage sind Basis für die klar definierte Ausrichtung des Hauses. Wohn- und Schlafräume sind aus Platzgründen übereinander gestapelt, dennoch erfolgt die An-ordnung mit Logik und großer Funktionalität. Die Fassadengestaltung auf der Nord-, Ost- und Westseite ist durch unregelmäßige Fensteröffnungen geprägt. Dagegen steht die Südseite mit einer Fensterfront in voller Höhe. Damit öffnet sich das Wohnhaus der Sonne und gestattet einen grandiosen Blick auf das Wasser des an dieser Stelle besonders breiten Flusses.
Das Haus entstand in Massivbauweise mit einem Keller, vier Vollgeschossen und einem Staffelgeschoss. Im Keller befinden sich die Technikräume, eine Sauna und ein über das Erdgeschoss zugängliches Schwimmbecken; das Erdgeschoss wird von dem Schwimmbadbereich und einer Garage eingenommen. Vom ersten Obergeschoss bis ins Staffelgeschoss erstreckt sich die Wohnung der Bauherren mit verschiedenen Bereichen. Wohn- und Schlafräume, Arbeitszimmer, Küche und zwei Bäder sind passend auf die ganz individuellen Bedürfnisse der Bewohner zugeschnitten. Im dritten Obergeschoss ist zusätzlich eine Einliegerwohnung untergebracht. Eine spätere geschossweise Trennung wurde bereits bei der Installation berücksichtigt. Das Haus ist Rollstuhlbenutzer freundlich und in enger Anlehnung an die DIN 18030 geplant. Alle Geschosse – von der Garage bis zum Dachgeschoss- sind barrierefrei über einen Aufzug erschlossen.
Bauweise – ökologisch, nachhaltig und wertbeständig
„Wir empfehlen unseren Bauherren, weitgehend ressourcensparende Materialien und Haustechniksysteme zu verwenden“, erklärt Roland Kuhn einen Planungsgrundsatz der Architekten. „In diesem Fall mussten wir die Bauherren nicht lange überzeugen. Sämtliche Materialien sollten hohen Ansprüchen an Werthaltigkeit entsprechen und dabei ein angenehmes Wohnklima bei optimalem Schall- und Wärmeschutz gewährleisten.“ Das Gebäude wurde ökologisch nachhaltig als Niedrigenergiehaus geplant. Als Baustoff für die Außenwände wurden perlitgefüllte Poroton-Ziegel von Wienerberger eingesetzt. „Damit haben wir bereits bei früheren Bauvorhaben gute Erfahrungen gemacht“, so Architekt Kuhn. „Der Poroton-S 11 war hier für dieses mehrgeschossige Wohngebäude gestalterisch und funktional optimal geeignet. Mit einer Mauerwerks-Wandstärke von 36,5 cm konnte eine schlanke monolithische Wandkonstruktion ohne zusätzliche Wärmedämmung erstellt werden.“ Dadurch wirkt das Gebäude wie aus einem Guss, ohne zusätzliche Schichten und Verschalungen, die zudem leicht schadensanfällig sein können.
Auch für die Innenwände wurden Poroton-Ziegel eingesetzt sowie weitere Komponenten aus dem umfangreichen Angebot an Ziegel-Ergänzungsprodukten wie wärmegedämmte U-Schalen und Anschlagziegel sowie Tür- und Fensterstürze. So entstand eine homogene Konstruktion, bei der Ziegel als diffusionsoffenes Baumaterial für eine optimale Feuchteregulierung und Wärmespeicherung sorgen.
Durch die Offenheit der Südfassade ist eine intensive passive Nutzung der Sonnenenergie praktisch vorgegeben. Die Speicherung der Sonnenwärme wird durch die massive Bauweise unterstützt. Als aktive Komponente befindet sich auf dem Dach eine Solaranlage für die Warmwasserbereitung sowie für den Betrieb des kleinen Schwimmbades. Für die Heizung wurde Gasbrennwerttechnik eingesetzt, die die Wärme über die Fußböden verteilt und abgibt.
Fazit
Als High-Tech-Baustoff unterstützen moderne, mit Perlit gefüllte Poroton-Planziegel von Wienerberger eine energiesparende, ökologische und nachhaltige Planungskonzeption und stehen für flexibles und rationelles Bauen: sie lassen sich einfach und schnell verarbeiten, besitzen ausgezeichnete Wärmedämmwerte, bieten sicheren Schallschutz und hohen Brandschutz.
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Hannover, Juni 2009 (bfp)
Bautafel:
Objekt:
Privates Wohnhaus auf der Halbinsel Stralau in Berlin
Entwurf- /Ausführungsplanung:
Clarke und Kuhn Freie Architekten, Berlin; www.clarkeundkuhn.de
Tragwerksplanung:
Eisenloffel.Sattler + Partner, Berlin
Landschaftsarchitekten:
Thomanek Duquesnoy Boemans Landschaftsarchitektur Diplomingenieure, Berlin
Ausführende Firmen:
Rohbau:
Ed. Züblin AG, Direktion Stuttgart/Komplettbau, Bereich Berlin
Elektrik:
Elektowerkstatt Wollschläger, Hohen Neuendorf
Heizung / Sanitär:
Haustechnik Thiele GmbH, Friedersdorf
Fenster / Türen:
L&F Metallbau GmbH, Stahnsdorf
Innentüren:
Tischlerei Voigt, Königswartha
Naturstein:
Asta-Fliesen & Naturstein GmbH, Berlin
Parkett:
M.E.H. Parketthandel, Berlin
Bauweise:
Außenwände mit 36,5 cm Mauerwerk aus Poroton-S 11 (perlitgefüllte Ziegel; Hersteller: Wienerberger) und durchgefärbte Putzfassade weiß, glatt
Innenwände (nichttragend) Poroton Hochlochziegel 11,5 cm und 17,5 cm
Bebaute Fläche: 163 m²
Wohnfläche: 356,55 m² + 49,2 m²
Bauzeit: Oktober 2007 bis Mai 2008
Jahres-Primärenergiebedarf:
59 kWh/m² (entspricht KfW-60-Energiesparhaus nach EnEV 2007)










