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WIE € 10.76 2010-09-02 17:45

Wärmebrücken

Wärmebrückenminimierte Bauteilanschlüsse in Ziegelbauweise

Allgemeines

Beispiele für Wärmebrücken
Vor allem bei Anschlüssen verschiedener Bauteile (z. B. Deckenauflager) sowie bei Gebäudeecken und herausragenden Bauteilen (z. B. Balkone) treten erhöhte Wärmeverluste infolge von Wärmebrückenwirkungen auf. Ein wärmebrückenbedingtes Absinken der raumseitigen Oberflächentemperaturen erhöht vor allem die Gefahr von Tauwasserbildung und kann zu Bauschäden führen.
 
Im Rahmen der EnEV sind speziell Wärmebrücken zur Verminderung des Energiebedarfs sowie zur Vermeidung von Bauschäden zu optimieren. Denn der Anteil von Wärmebrückenverlusten bei hochgedämmten Konstruktionen kann bis zu 20 Prozent der gesamten Transmissionswärmeverluste ausmachen.
 
Durch den Einsatz des homogenen POROTON-Ziegelsystems mit einem umfangreichen Angebot an wärmedämmenden Ziegel-Ergänzungsprodukten und baupraktisch einfach umsetzbaren Detaillösungen können solche Wärmebrücken zuverlässig optimiert und auf ein Minimum reduziert werden.

Wärmebrücken im Nachweis nach EnEV

Die infolge von Wärmebrücken zusätzlich auftretenden Transmissionswärmeverluste werden als zusätzlicher Wärmedurchgangskoeffizient delta UWB (W/m²K) entweder durch einen pauschalen Zuschlag berücksichtigt oder durch den längenbezogenen Wärmedurchgangskoeffizienten Psie(W/mK) genau abgebildet.

 

Berücksichtigung des Transmissionsverlustes über Wärmebrücken:

 

1. Genaue Berücksichtigung der Wärmebrücken mit

 

    delta UWB = (Summe (l x Psi)) / A   [W/m²K]

 

    mit

    Psi = Wärmebrückenverlustkoeffizient  [W/mK]

    l    =  Länge der Wärmebrücke  [m]

    A   = wärmetauschende Hüllfläche des Gebäudes  [m²]

 

 

2. Pauschaler Ansatz der Wärmebrücken mit

 

    delta UWB = 0,05   [W/m²K]

 

 

3. Pauschaler Ansatz der Wärmebrücken mit

 

    delta UWB = 0,10   [W/m²K]

 

Hinweis: Der pauschale Ansatz mit delta UWB = 0,10  [W/m²K] führt unweigerlich zu sehr hohen Transmissionswärmeverlusten. Dieser Malus müsste ggf. durch extreme Erhöhung der Bauteildämmung ausgeglichen werden. Aus diesem Grund sollte dieser Ansatz bei Nachweisen nach EnEV 2009 nicht mehr angewendet werden.

Für die üblichen Bauteilanschlüsse mit dem POROTON-Ziegelsystem liegen in umfangreicher Form bereits berechnete Wärmebrückendetails vor. Im Ziegel-Wärmebrücken-Katalog, Version 3.1 sind derzeit über 120 Bauteilanschlüsse in über 1100 Varianten enthalten. Neben der Angabe des längenbezogenen Wärmedurchgangskoeffizienten Psie für den Einzelnachweis der Wärmebrücken je Detailausbildung, kann ebenfalls die Gleichwertigkeit des Bauteilanschlusses zu DIN V 4108 Beiblatt 2:2006-03 entnommen werden.

Wärmebrücken - Details

 

Wärmebrücken im Fokus der EnEV 2009

 

Der Einzelnachweis der Wärmebrücken sollte seit 2009 zum Standard in der Planung gehören. Allein der vermeintlich hohe Rechenaufwand für den genauen Nachweis hindert den Planer bisher oftmals daran, die Vorteile des Einzelnachweises zu nutzen – stattdessen wird auf die Pauschalwerte nach EnEV zurückgegriffen.

 

Gut gedämmte Bauteilanschlüsse im Mauerwerksbau halten die Vorgaben der DIN V 4108 Beiblatt 2 nicht nur ein, sondern stellen in der Regel eine höhere energetische Qualität dar, als rechnerisch angesetzt wird.

 

Darüber hinaus können im Mauerwerksbau mit einer guten Detailausbildung und einer durchdachten Planung ohne Mehrkosten in der Ausführung erhebliche Einsparpotenziale bei den Transmissionswärmeverlusten aktiviert werden. Unser Beispiel in der Broschüre "Energieeffizientes Planen und Bauen" auf Seite 9 soll den Sachverhalt verdeutlichen.

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