Erfahrungen und Konsequenzen nach einem Jahr EnEV-Praxis

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14. Wienerberger Mauerwerkstage 2003 mit großer Resonanz

14. Wienerberger Mauerwerkstage 2003_02
Unter dem Motto "EnEV - ein Jahr Praxiserfahrungen" fanden in den vergangenen Wochen die diesjährigen Wienerberger Mauerwerkstage statt. Mehr als 4.000 Teilnehmer nahmen bundesweit an der Veranstaltungsreihe teil, die sich längst als eine der wichtigsten Foren zur Weiterbildung im Mauerwerksbau etabliert hat. "Praxisgerechte und zugleich wirtschaftliche Lösungen für Planung und Bauausführung sind heute mehr denn je gefragt", so Dipl.-Ing. Clemens Kuhlemannn, Produktmanager der Wienerberger Ziegelindustrie. "Zugleich stellt die Anwendung der vor einem Jahr in Kraft getretenen Energieeinsparverordnung (EnEV) nach wie vor eine Herausforderung für Planer und Verarbeiter dar." Im Mittelpunkt der Tagung standen daher Vorträge renommierter Experten, die aktuelle Fragen zur Umsetzung der neuen Verordnung beantworteten sowie erste Praxiserfahrungen und Wirtschaftlichkeitsvergleiche aufzeigten. Weitere Themen behandelten die Optimierungsmöglichkeiten von Wärmebrücken sowie Änderungen der VOB.

Wesentliche Aspekte und weitere Entwicklung der EnEV
Einer der wesentlichen Eckpunkte der neuen EnEV ist das notwendige Zusammenspiel zwischen dem Gebäude und seiner Heiztechnik mit dem Ziel, auf wirtschaftliche Weise Primärenergie einzusparen. Schon heute wird die Gebäudehülle im Neubau ohne Zusatzdämmung optimal in monolithischer Ziegelbauweise ausgebildet. Die Transmissionsflächen eines Gebäudes und insbesondere die Außenwände sind im U-Wert Korridor von ca. 0,40 W/m&Mac183;K mehr als ausreichend gedämmt. Deshalb ist das Augenmerk deutlich auf die Planung und Anlagentechnik zu richten. Die Einhaltung der EnEV wird dabei durch die Bilanzierungsmöglichkeiten auf einfache Weise umgesetzt. Ein Zwang zum Einbau von Abluft- oder Lüftungsanlagen bestehe nicht, räumte Dipl.-Ing. Hans-Dieter Hegner mit einem weit verbreiteten Vorurteil auf. Der Baudirektor im Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen gilt als einer der "Väter" der neuen Verordnung. Zu den wesentlichen Aspekten zählte er, dass das bisher erreichte Wärmeschutzniveau auch beim Einbau primärenergetisch besonders günstiger Heizungsanlagen nicht unterschritten wird. Positive Effekte kommen jetzt deutlich zum Tragen, wenn bereits in frühen Planungsphasen eine enge Abstimmung von baulichem Wärmeschutz und Anlagentechnik erfolgt. Bei der Ermittlung der Transmissionswärmeverluste spielen die Wärmeverluste über Wärmebrücken eine wichtige Rolle, da sie selbst bei gut gedämmten Gebäuden 20 bis 30 Prozent der Gesamtverluste ausmachen. Insbesondere die moderne Architektur mit aufgelösten Fassaden und vielen Vorsprüngen sowie Ecken und Materialübergänge schaffen Wärmebrücken. Hegner hält die Vermeidung von Wärmebrücken durch intelligente Planung für eine der wirtschaftlichsten Maßnahmen zur Einsparung von Energie. Besonders risikoreiche Konstruktionen, zum Beispiel durchgehende auskragende Betonplatten, sind konsequenterweise mit der Neufassung der DIN 4108-2 [13] inzwischen nicht mehr gestattet.

Abschließend gab Hegner einen Ausblick auf die neue europäische Richtlinie „Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden“, die in den nächsten drei Jahren in nationales Recht umgesetzt werden muss, sowie auf die verschiedenen Fördermöglichkeiten beim energiesparenden Bauen.

Mehr als 4.000 Teilnehmer nahmen bundesweit an der Veranstaltungsreihe teil.

14. Wienerberger Mauerwerkstage 2003_03

Einsparpotenziale erkennen und richtig nutzen
Für ein ausgewogenes Verhältnis von baulichen und anlagentechnischen Maßnahmen plädierte Prof. Dr.-Ing. Gerhard Hausladen, TU München (alternierend: Dipl.-Ing. Runa Hellwig, TU München). Anhand von Praxisbeispielen wurde gezeigt, dass bei guter Planung mit der heute üblichen Anlagen- und Heiztechnik hohe Einsparpotenziale beim Primärenergiebedarf erzielt werden können. Als optimale Ergänzung stellten Hausladen/Hellwig die massive Bauweise heraus, die u.a. Vorteile beim sommerlichen Wärmeschutz gegenüber leichten Konstruktionen geltend machen kann.

Gerade beim Kostenvergleich gehören einschalige Ziegelwände zu den Preiswertesten, wie aktuelle Forschungsprojekte wieder bestätigten. Am Beispiel einer Passivhausgruppe in monolithischer Bauweise stellte Prof. Architekt Dipl.-Ing. Georg Sahner, freier Architekt BDA und Stadtplaner, Augsburg/Stuttgart, Untersuchungen zur Wirtschaftlichkeit verschiedener Haussysteme vor. Dabei wies er u.a. nach, daß beim Bau von Ziegelhäusern nach EnEV-Standard gegenüber dem früheren Wärmedämmstandard keine Mehrkosten entstehen. Sein Fazit: Gefragt sind heute kostengünstige Immobilien, die flexibel und erweiterbar sind. Voraussetzung dafür sind vor allem kompakte Gebäudeformen und massive, winddichte und wirtschaftliche Konstruktionen sowie innovative und ökologische Produkte, die einen niedrigen Primärenergiebedarf sichern.

Gerade beim Kostenvergleich gehören einschalige Ziegelwände zu den Preiswertesten, wie aktuelle Forschungsprojekte wieder bestätigten.

14. Wienerberger Mauerwerkstage 2003_04

Wärmebrücken minimieren
Mit der ständigen Verbesserung des wärmetechnischen Standards von Gebäuden haben Wärmebrücken und die dadurch hervorgerufenen Probleme zunehmende Bedeutung erlangt, betonte Prof. Dipl.-Ing. Thomas Ackermann, FH Bielefeld (alternierend: Dr.-Ing. Frank Otto, Ing.-Büro Prof. Hauser, Baunatal). Wärmebrücken führen nicht nur zu Energieverlusten sondern bewirken auch verminderte Oberflächentemperaturen auf Bauteilinnenseiten. Diese können dann zur Bildung von Schimmelpilzen führen. Zu den häufigsten Problemstellen zählten Ackermann/Otto Trennwände zwischen Reihenhäusern sowie fehlerhafte Wärmedämmung und Dampfsperren. Damit Schimmelpilze gar nicht erst entstehen können, ist eine fachgerechte und sorgfältige Bauausführung unabdingbar. Voraussetzung ist die detaillierte Planung von Anschlüssen und Übergängen. Hier haben sich monolithische Standardkonstruktionen bewährt, mit denen man problemlos massiv bauen und Wärmebrücken auf ein Minimum reduzieren kann. Als zusätzliche Erleichterung für Planer empfahlen Ackermann/Otto attraktive Arbeitshilfen wie beispielsweise die Planungs-CD-Rom von Wienerberger, die u.a. einen Katalog mit Wärmebrückendetails und ein Programm zum Wärmebrückennachweis enthält.

Als zusätzliche Erleichterung für Planer empfahlen Ackermann/Otto attraktive Arbeitshilfen wie beispielsweise die Planungs-CD-Rom von Wienerberger.

14. Wienerberger Mauerwerkstage 2003_05

Juristisch betrachtet
Seit dem in Kraft treten der ENEV ist eine Planung dann mangelfrei, wenn die Anforderungen der Verordnung bereits bei der Grundlagenermittlung und in allen nachfolgenden Planungsphasen eingehalten werden, betonte Dr. Heinrich Merl, ein Experte auf dem Gebiet des Baurechts. Kompetent und allgemein verständlich erläuterte der Vorsitzende Richter am Oberlandesgericht München weiter, wie sich das Gesetz zur Modernisierung des Schuldrechts auf Bauverträge auswirkt. Dabei wies er besonders auf Stolperfallen in den allgemeinen Geschäftsbedingungen hin.

Im Anschluss an die einzelnen Referate nahmen die Teilnehmer intensiv die Möglichkeit wahr, Einzelfragen vertiefend zu diskutieren. Zusammenfassend reflektierte Clemens Kuhlemann: Wer sich die Details der neuen Verordnung anschaut und mit den Forderungen der bisher gültigen Wärmeschutzverordnung vergleicht, wird ganz leicht feststellen: Die guten Eigenschaften von Baustoffen wie Poroton garantieren auch in Zukunft, die Gebäudehülle nach den Forderungen der EnEV zu bauen – hoch wärmedämmend, winddicht und wirtschaftlich. Die erforderliche effektive Anlagen- und Heiztechnik inklusive moderner Schornsteintechnik, zum Beispiel Kamtec Kaminsysteme von Wienerberger, steht seit Jahren in bewährter Weise zur Verfügung.

Die guten Eigenschaften von Baustoffen wie Poroton garantieren auch in Zukunft, die Gebäudehülle nach den Forderungen der EnEV zu bauen.

14. Wienerberger Mauerwerkstage 2003_06

Weitere Informationen zum umfangreichen Produktprogramm von Wienerberger "Poroton Ziegelsysteme", "Terca Verblender" und "Kamtec Kaminsysteme" können kostenlos angefordert werden: Wienerberger Ziegelindustrie GmbH, Oldenburger Alle 26, 30659 Hannover, Fax: 0511/610 70 390, info@wzi.de oder im Internet unter www.wienerberger.de.


Hannover, März 2003
(Dieser Text enthält ca. 7.200 Zeichen.)
Fotos: Wienerberger Ziegelindustrie GmbH

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